🌿 01 · Herkunft, Sorten & Saison

Woher stammt die Pflaume?

Die Europäische Pflaume (Prunus domestica) gehört zur Familie der Rosengewächse.

Ihre Entstehung ist nicht vollständig geklärt. Als wichtige Ausgangsarten gelten die Kirschpflaume und die Schlehe. Vermutlich entwickelte sich die Kulturpflaume im Raum zwischen Südosteuropa und Westasien.

Schon seit der Antike werden Pflaumen angebaut. Über viele Jahrhunderte verbreiteten sie sich in ganz Europa.

Heute wachsen Pflaumen und Zwetschgen in zahlreichen deutschen Obstbaugebieten, beispielsweise in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen.

Auch auf Streuobstwiesen und in privaten Gärten sind Pflaumenbäume weitverbreitet.

Ihre Blüten bieten im Frühjahr Nahrung für Bienen und andere bestäubende Insekten.

💜 Welche Pflaumensorten gibt es?

Die Gruppe der Kulturpflaumen umfasst verschiedene Fruchtformen, die sich in Größe, Farbe, Geschmack und Verwendung unterscheiden.

Rundliche Pflaumen: Meist saftig und mit weichem Fruchtfleisch. Sie eignen sich besonders gut zum Frischessen und für Kompott.

Zwetschgen: Häufig länglich, mit festerem Fruchtfleisch und einem Stein, der sich bei vielen Sorten gut lösen lässt. Sie sind besonders beliebt zum Backen.

Renekloden: Meist rund, sehr saftig und ausgesprochen süß. Ihre Schale kann grün, gelb oder rötlich sein.

Mirabellen: Kleine, meist goldgelbe Früchte mit besonders süßem Aroma. Ihnen widmen wir bei Saisonwerk ein eigenes Porträt.

Bekannte Sorten sind:

  • Hauszwetschge: Traditionelle, aromatische Zwetschge, besonders beliebt für Kuchen und Pflaumenmus.

  • Bühler Frühzwetschge: Früh reifende Zwetschgensorte mit angenehm süß-säuerlichem Geschmack.

  • Cacaks Schöne: Große, blauviolette Zwetschge mit festem Fruchtfleisch.

  • Hanita: Aromatische Zwetschgensorte, die sich gut zum Frischessen und Backen eignet.

  • Opal: Früh reifende, rundliche Pflaume mit süßem, saftigem Fruchtfleisch.

  • Große Grüne Reneklode: Alte Sorte mit sehr süßen, aromatischen Früchten.

📅 Wann haben Pflaumen Saison?

Erntezeit in Deutschland: Etwa Juli bis Oktober, je nach Sorte und Witterung.

Hauptsaison: August und September.

Frühe Sorten: Können bereits im Juli geerntet werden.

Späte Zwetschgensorten: Reifen teilweise bis in den Oktober.

Heimische Lagerware: Frische Pflaumen sind nur begrenzt lagerfähig. Eingefroren oder fachgerecht eingekocht lassen sie sich länger aufbewahren.

Durch die große Sortenvielfalt erstreckt sich die heimische Pflaumensaison über mehrere Monate.

💚 Saisonwerk-Tipp

Frage beim regionalen Obstbauern gezielt nach Zwetschgen zum Backen oder besonders saftigen Pflaumen zum Frischessen. Die passende Sorte macht bei vielen Rezepten einen großen Unterschied.

💜 Nährwerte je 100 g

Pflaumen bestehen überwiegend aus Wasser und enthalten natürliche Kohlenhydrate, Ballaststoffe sowie verschiedene Vitamine und Mineralstoffe.

Durchschnittliche Nährwerte für 100 g rohe Pflaumen mit Schale, essbarer Anteil ohne Stein:

Energie: ca. 46 kcal

Wasser: ca. 87 g

Kohlenhydrate: ca. 11,4 g

Davon Zucker: ca. 9,9 g

Ballaststoffe: ca. 1,4 g

Eiweiß: ca. 0,7 g

Fett: ca. 0,3 g

Die Angaben sind gerundete Durchschnittswerte und können je nach Sorte, Reifegrad und Herkunft variieren. Besonders Zwetschgen und sehr süße Sorten können andere Werte aufweisen.

Quelle: USDA FoodData Central – Plums, raw.

🌿 Vitamine & Mineralstoffe

Pflaumen enthalten verschiedene Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Ihre Zusammensetzung unterscheidet sich je nach Sorte und Fruchtfarbe.

💜 Vitamin C

Vitamin C unterstützt die normale Funktion des Immunsystems, trägt zur normalen Kollagenbildung bei und hilft, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen.

Pflaumen enthalten durchschnittlich etwa 9,5 mg Vitamin C pro 100 g.

Damit liefern sie kleinere Mengen dieses Vitamins, gehören jedoch nicht zu den besonders vitamin-C-reichen Obstsorten.

🌱 Kalium

Kalium unterstützt die normale Funktion von Muskeln und Nervensystem und trägt zur Aufrechterhaltung eines normalen Blutdrucks bei.

Pflaumen enthalten Kalium und können als Teil einer abwechslungsreichen Ernährung zur täglichen Versorgung beitragen.

🍃 Vitamin K

Vitamin K trägt zur normalen Blutgerinnung und zur Erhaltung normaler Knochen bei.

Pflaumen enthalten kleinere Mengen dieses Vitamins.

🌿 Ballaststoffe

Pflaumen liefern Ballaststoffe, die eine normale Darmfunktion unterstützen.

Frische Pflaumen und getrocknete Pflaumen unterscheiden sich allerdings deutlich in ihrer Zusammensetzung.

Wichtig zu wissen: Trockenpflaumen enthalten durch den Wasserentzug pro 100 g wesentlich mehr Zucker, Energie und Ballaststoffe als frische Pflaumen.

💜 Sekundäre Pflanzenstoffe

Besonders dunkel gefärbte Pflaumen enthalten Anthocyane, die zur Gruppe der Polyphenole gehören.

Auch andere natürliche Pflanzenstoffe kommen in Pflaumen vor.

Ihre möglichen gesundheitlichen Wirkungen werden wissenschaftlich untersucht.

💚 Gut zu wissen

Pflaumen sind eine köstliche Ergänzung zu einer abwechslungsreichen Ernährung. Ihre Stärke liegt in der Kombination aus hohem Wassergehalt, natürlichen Kohlenhydraten, Ballaststoffen und verschiedenen Pflanzenstoffen.

🧺 Einkauf & richtige Lagerung

💜 Worauf sollte man beim Einkauf achten?

Frische Pflaumen sollten eine sortentypische Farbe besitzen, möglichst unbeschädigt sein und angenehm fruchtig duften.

Eine feine weißlich-bläuliche Schicht auf der Schale ist bei vielen Pflaumen und Zwetschgen ganz natürlich.

Diese sogenannte Bereifung schützt die Früchte und ist kein Zeichen von Schimmel.

Darauf lohnt es sich zu achten:

  • Regionalität: Während der Saison Pflaumen und Zwetschgen aus heimischem Anbau bevorzugen.

  • Saisonalität: Besonders im August und September nach regionalen Früchten Ausschau halten.

  • Qualität: Auf unbeschädigte Früchte ohne faulige oder schimmelige Stellen achten.

  • Reifegrad: Reife Pflaumen geben bei sanftem Druck leicht nach.

  • Verwendung: Für Kuchen eher festfleischige Zwetschgen wählen, für Kompott auch saftigere Pflaumen.

🌿 Wie lagert man Pflaumen richtig?

Pflaumen sind empfindlich und sollten möglichst frisch gegessen oder verarbeitet werden.

Für die richtige Lagerung gilt:

  • Reife Früchte im Kühlschrank aufbewahren.

  • Möglichst trocken und druckgeschützt lagern.

  • Erst unmittelbar vor dem Verzehr waschen.

  • Beschädigte oder schimmelige Früchte aussortieren.

  • Innerhalb weniger Tage verbrauchen.

Noch etwas feste Pflaumen können bei Zimmertemperatur nachreifen.

💜 Kann man Pflaumen einfrieren?

Ja! Pflaumen und Zwetschgen lassen sich gut einfrieren.

Dafür die Früchte waschen, trocknen, halbieren und entsteinen.

Anschließend möglichst einzeln vorfrieren und in geeignete Gefrierbehälter umfüllen.

Tiefgekühlte Zwetschgen eignen sich besonders gut für Kuchen, Kompott und Pflaumenmus.

💚 Saisonwerk-Tipp

Wer gerne Pflaumenkuchen backt, kann während der Hauptsaison entsteinte Zwetschgen portionsweise einfrieren. So lässt sich auch im Winter ein Stück Spätsommer genießen.

♻️ Nachhaltigkeitstipps

💜 Auch unperfekte Pflaumen sind wertvoll

Pflaumen müssen nicht alle gleich groß oder perfekt gefärbt sein.

Kleine Schönheitsfehler oder leichte Druckstellen bedeuten nicht automatisch, dass die Früchte ungenießbar sind.

Solange sie nicht verdorben sind, können kleinere beschädigte Stellen großzügig entfernt und die übrigen Teile zeitnah verarbeitet werden.

Wichtig: Schimmelige oder faulige Pflaumen sollten vollständig entsorgt werden. Bei weichem Obst reicht es nicht aus, nur die sichtbar betroffene Stelle herauszuschneiden.

🍯 Reife Pflaumen sinnvoll verwerten

Sehr reife, aber noch einwandfreie Pflaumen eignen sich wunderbar für:

  • Selbstgemachtes Pflaumenmus

  • Fruchtiges Pflaumenkompott

  • Pflaumenkuchen mit Streuseln

  • Pflaumenmarmelade

  • Pflaumen-Chutney zu herzhaften Gerichten

  • Fruchtsoßen zu Naturjoghurt

  • Selbstgemachtes Pflaumeneis

So lassen sich auch größere Erntemengen sinnvoll nutzen.

🌿 Die Pflaumenschale mitverwenden

Die Schale von Pflaumen und Zwetschgen ist essbar.

Nach gründlichem Waschen können die Früchte deshalb mitsamt der Schale gegessen oder verarbeitet werden.

Auch bei Pflaumenmus, Kuchen und Kompott muss die Schale nicht entfernt werden.

Das spart Arbeit und vermeidet unnötige Küchenabfälle.

💜 Was ist mit den Pflaumenkernen?

Pflaumen gehören zum Steinobst.

Die harten Steine sollten vor der Verarbeitung entfernt werden.

Wichtig: Das Innere der Pflaumensteine enthält cyanogene Pflanzenstoffe, aus denen giftige Blausäure freigesetzt werden kann.

Pflaumenkerne sollten deshalb nicht zerkleinert oder gegessen werden.

🧺 Streuobst und alte Sorten wertschätzen

Pflaumen- und Zwetschgenbäume sind auf vielen traditionellen Streuobstwiesen zu finden.

Solche Flächen können wertvolle Lebensräume für Insekten, Vögel und andere Tiere bieten.

Wer regionales Streuobst kauft, kann zum Erhalt alter Obstsorten und traditioneller Kulturlandschaften beitragen.

💚 Saisonwerk-Tipp

Aus sehr reifen Pflaumen wird ein köstliches Pflaumenkompott!

Einwandfreie Pflaumen waschen, halbieren und sorgfältig entsteinen.

Mit wenig Wasser kurz erhitzen, bis die Früchte weich werden. Nach Geschmack mit Zimt oder etwas Vanille verfeinern.

Das Kompott schmeckt wunderbar zu Milchreis, Grießbrei, Pfannkuchen oder Naturjoghurt.

Reste rasch abkühlen, im Kühlschrank aufbewahren und zeitnah verbrauchen. Größere Mengen lassen sich portionsweise einfrieren.