🌿 01 · Herkunft, Sorten & Saison

Woher stammt die Johannisbeere?

Johannisbeeren gehören zur Gattung Ribes innerhalb der Stachelbeergewächse.

Die Rote Johannisbeere (Ribes rubrum und verwandte Kulturformen) und die Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum) stammen aus Europa beziehungsweise Teilen Nordasiens.

Weiße Johannisbeeren sind hellfruchtige Kulturformen der roten Johannisbeere.

Bereits seit Jahrhunderten werden Johannisbeeren in europäischen Gärten angebaut.

Auch in Deutschland sind die Sträucher weitverbreitet. Sie wachsen in Hausgärten, auf Obsthöfen und in geeigneten Anbaugebieten.

Ihren deutschen Namen verdanken Johannisbeeren dem Johannistag am 24. Juni, um den herum die ersten Früchte vieler Sorten reifen.

❤️ Welche Johannisbeersorten gibt es?

Johannisbeeren unterscheiden sich in Farbe, Geschmack, Fruchtgröße und Reifezeit.

Rote Johannisbeeren: Frisch, fruchtig und deutlich säuerlich. Besonders beliebt für Kuchen, Gelee und Desserts.

Schwarze Johannisbeeren: Kräftig, herb und sehr aromatisch. Sie eignen sich hervorragend für Saft, Sirup, Marmelade und Gelee.

Weiße Johannisbeeren: Meist milder und etwas süßer im Geschmack. Sie schmecken besonders gut frisch oder in Desserts.

Bekannte Sorten sind:

  • Jonkheer van Tets: Früh reifende rote Johannisbeere mit aromatischen, säuerlichen Früchten.

  • Rovada: Späte rote Sorte mit langen Trauben und großen Beeren.

  • Red Lake: Rote Johannisbeere mit saftigen, angenehm säuerlichen Früchten.

  • Titania: Schwarze Johannisbeere mit kräftigem Aroma und guter Ertragsleistung.

  • Ometa: Schwarze Johannisbeere mit aromatischen Früchten.

  • Weiße Versailler: Traditionelle weiße Sorte mit mildem, süß-säuerlichem Geschmack.

📅 Wann haben Johannisbeeren Saison?

Erntezeit in Deutschland: Etwa Juni bis August.

Hauptsaison: Juni und Juli.

Späte Sorten: Können bis in den August hinein geerntet werden.

Heimische Lagerware: Frische Johannisbeeren sind nur begrenzt lagerfähig. Eingefroren lassen sie sich über mehrere Monate aufbewahren.

Je nach Sorte und Witterung beginnt die Ernte bereits im Juni. Viele Johannisbeeren werden rund um den Johannistag reif.

💚 Saisonwerk-Tipp

Johannisbeeren lassen sich wunderbar im eigenen Garten anbauen. Die Sträucher benötigen vergleichsweise wenig Platz und liefern bei guter Pflege über viele Jahre Früchte.

Wer keinen Garten hat, findet während der Saison häufig frische Johannisbeeren auf regionalen Wochenmärkten und bei Obstbauern.

❤️ Nährwerte je 100 g

Johannisbeeren bestehen überwiegend aus Wasser und enthalten Ballaststoffe, natürliche Kohlenhydrate sowie verschiedene Vitamine und Mineralstoffe.

Die Nährwerte unterscheiden sich zwischen roten, weißen und schwarzen Johannisbeeren.

Durchschnittliche Nährwerte für 100 g rohe rote oder weiße Johannisbeeren:

Energie: ca. 56 kcal

Wasser: ca. 84 g

Kohlenhydrate: ca. 13,8 g

Davon Zucker: ca. 7,4 g

Ballaststoffe: ca. 4,3 g

Eiweiß: ca. 1,4 g

Fett: ca. 0,2 g

Durchschnittliche Nährwerte für 100 g rohe schwarze Johannisbeeren:

Energie: ca. 63 kcal

Wasser: ca. 82 g

Kohlenhydrate: ca. 15,4 g

Ballaststoffe: ca. 4–5 g

Eiweiß: ca. 1,4 g

Fett: ca. 0,4 g

Hinweis: Für den Zuckergehalt schwarzer Johannisbeeren wird hier bewusst kein einheitlicher Durchschnittswert angegeben, da die verfügbaren Nährwertdaten je nach Quelle und Sorte deutlich variieren.

Die Werte sind gerundete Durchschnittsangaben. Sorte, Reifegrad, Anbaugebiet und Datenquelle können die Angaben beeinflussen.

Quellen: USDA FoodData Central – Currants, red and white, raw; Currants, european black, raw. Die Ballaststoffangabe für schwarze Johannisbeeren ist ein ergänzender Orientierungswert und nicht Teil desselben USDA-Datensatzes.

🌿 Vitamine & Mineralstoffe

Johannisbeeren enthalten verschiedene Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Besonders die schwarzen Johannisbeeren sind für ihren hohen Vitamin-C-Gehalt bekannt.

❤️ Vitamin C

Vitamin C unterstützt die normale Funktion des Immunsystems, trägt zur normalen Kollagenbildung bei und hilft, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen.

Rote und weiße Johannisbeeren: etwa 41 mg Vitamin C pro 100 g.

Schwarze Johannisbeeren: etwa 181 mg Vitamin C pro 100 g.

Damit gehören schwarze Johannisbeeren zu den besonders vitamin-C-reichen heimischen Früchten.

🌱 Kalium

Kalium trägt zur normalen Funktion von Muskeln und Nervensystem sowie zur Aufrechterhaltung eines normalen Blutdrucks bei.

Johannisbeeren enthalten Kalium. Schwarze Johannisbeeren liefern durchschnittlich größere Mengen als rote und weiße.

🍃 Eisen

Eisen ist wichtig für die normale Bildung roter Blutkörperchen und den Sauerstofftransport im Körper.

Johannisbeeren enthalten Eisen in unterschiedlichen Mengen.

Vitamin C kann außerdem die Aufnahme von Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln verbessern.

🌿 Ballaststoffe

Johannisbeeren liefern Ballaststoffe, die eine normale Darmfunktion unterstützen.

Besonders beim Verzehr der ganzen Beeren bleiben die Ballaststoffe erhalten.

Bei der Herstellung von klarem Saft oder Gelee wird dagegen ein großer Teil der festen Fruchtbestandteile entfernt.

💜 Sekundäre Pflanzenstoffe

Johannisbeeren enthalten verschiedene Polyphenole.

Die dunkle Farbe schwarzer Johannisbeeren entsteht insbesondere durch Anthocyane. Auch rote Johannisbeeren enthalten natürliche Pflanzenfarbstoffe.

Ihre möglichen gesundheitlichen Wirkungen werden wissenschaftlich untersucht.

💚 Gut zu wissen

Schwarze Johannisbeeren sind besonders reich an Vitamin C. Rote und weiße Johannisbeeren ergänzen den Speiseplan mit ihrem fruchtig-säuerlichen Geschmack und wertvollen Ballaststoffen.

Alle drei Varianten passen wunderbar in eine abwechslungsreiche Ernährung.

🧺 Einkauf & richtige Lagerung

❤️ Worauf sollte man beim Einkauf achten?

Frische Johannisbeeren sollten prall, möglichst unbeschädigt und frei von Schimmel sein.

Die Früchte hängen an kleinen Trauben, die beim Einkauf möglichst vollständig und frisch aussehen sollten.

Darauf lohnt es sich zu achten:

  • Regionalität: Während der Saison Johannisbeeren aus heimischem Anbau bevorzugen.

  • Saisonalität: Besonders im Juni und Juli nach regionalen Früchten Ausschau halten.

  • Qualität: Auf feste, unbeschädigte Beeren ohne Schimmel achten.

  • Transport: Die empfindlichen Fruchttrauben vorsichtig transportieren.

  • Verpackung: Möglichst geeignete, wiederverwendbare Behälter nutzen.

🌿 Wie lagert man Johannisbeeren richtig?

Johannisbeeren sind empfindlich und sollten möglichst frisch verarbeitet werden.

Für die richtige Lagerung gilt:

  • Im Kühlschrank aufbewahren.

  • Möglichst an den Rispen belassen.

  • Erst unmittelbar vor dem Verzehr waschen.

  • Beschädigte oder schimmelige Früchte aussortieren.

  • Innerhalb weniger Tage verbrauchen oder verarbeiten.

Die Beeren lassen sich besonders schonend mit einer Gabel von den Rispen streifen.

❤️ Kann man Johannisbeeren einfrieren?

Ja! Johannisbeeren lassen sich hervorragend einfrieren.

Die Früchte vorsichtig waschen und gründlich trocknen lassen.

Anschließend können sie von den Rispen gelöst, einzeln vorgefroren und in geeignete Gefrierbehälter umgefüllt werden.

Tiefgekühlte Johannisbeeren eignen sich später besonders gut für Kuchen, Kompott, Fruchtsoßen oder Marmelade.

💚 Saisonwerk-Tipp

Johannisbeeren am besten erst kurz vor der Verarbeitung von den Rispen lösen. So werden die empfindlichen Früchte weniger stark beschädigt.

♻️ Nachhaltigkeitstipps

❤️ Auch kleine Johannisbeeren sind wertvoll

Johannisbeeren müssen nicht alle gleich groß sein.

Kleine oder unterschiedlich gereifte Früchte können ebenso aromatisch schmecken wie besonders große Beeren.

Solange sie einwandfrei sind, lassen sie sich frisch genießen oder weiterverarbeiten.

Wichtig: Schimmelige Johannisbeeren sollten entsorgt werden. Direkt betroffene Nachbarfrüchte ebenfalls aussortieren, die übrigen Beeren sorgfältig kontrollieren und zeitnah verwenden.

🍯 Reife Johannisbeeren sinnvoll verwerten

Sehr reife, aber noch einwandfreie Johannisbeeren eignen sich wunderbar für:

  • Selbstgemachte Johannisbeermarmelade

  • Fruchtiges Johannisbeergelee

  • Johannisbeerkompott

  • Selbstgemachten Johannisbeersirup

  • Fruchtsoßen zu Desserts

  • Johannisbeerkuchen oder Muffins

  • Selbstgemachtes Fruchteis

So lassen sich auch größere Erntemengen sinnvoll nutzen.

🌿 Johannisbeeren im eigenen Garten

Johannisbeersträucher können viele Jahre Früchte tragen.

Sie lassen sich in vielen Gärten gut anbauen und bieten während der Blütezeit Nahrung für bestäubende Insekten.

Mit einer Kombination aus frühen und späten Sorten kann die Erntezeit verlängert werden.

🧺 Regional genießen und Vorräte anlegen

Während der heimischen Saison können regionale Johannisbeeren eine gute Alternative zu weit transportierten Importfrüchten sein.

Wer größere Mengen erntet, kann einen Teil einfrieren oder nach einem geeigneten Rezept haltbar machen.

💚 Saisonwerk-Tipp

Aus sehr reifen Johannisbeeren wird eine köstliche Fruchtsoße!

Einwandfreie Johannisbeeren von den Rispen lösen und mit wenig Wasser kurz erhitzen.

Anschließend nach Geschmack pürieren oder durch ein Sieb streichen.

Die Soße schmeckt wunderbar zu Naturjoghurt, Milchreis, Pfannkuchen oder selbstgemachtem Eis.

Reste rasch abkühlen, im Kühlschrank aufbewahren und zeitnah verbrauchen. Größere Mengen lassen sich portionsweise einfrieren.